Ideen machen Schule
In Wien gibt es innovative Schulversuche. Vier davon wollen wir Ihnen vorstellen.
Im Wiener Schulführer gibt es Infos über alle Schulen.
Mehrstufenklasse mit reformpädagogischem Schwerpunkt
Unter Berücksichtigung ihrer individuellen Entwicklungen in verschiedenen Bereichen können SchülerInnen drei, vier oder fünf Jahre für das Durchlaufen der Grundschule brauchen. Das jährliche Hinzukommen einer kleinen Gruppe jüngerer und das Weggehen älterer Kinder ermöglichen wichtige Lernerfahrungen, die die Kinder bestens auf eine „offene“ Gesellschaft vorbereiten: Fremdes, Unbekanntes wird regelmäßig in die Gruppe aufgenommen, während Vertrautes und Liebgewonnenes auch regelmäßig verabschiedet werden muss.
In „familiärer“ Atmosphäre erleben sich die Kinder sowohl in der Rolle dessen, der unterstützt wird, als auch in der des Unterstützenden. Sie finden eine Vielzahl an Möglichkeiten vor, ihren Selbstwert zu bestätigen und sich positiv zu profilieren. Unterschiedliche Arbeitstempi und unterschiedliche Leistungsfähigkeit sind selbstverständlich und werden als Alltags- und Teamqualität gelebt. Kinder, die drei oder vier Jahre älter sind, können Mentorenfunktionen übernehmen. Am Ende eines Schuljahres verlassen auch nur wenige Kinder die Lerngruppe, sodass eine stabile „Kerngruppe“ erhalten bleibt.
Alternative Leistungsbeurteilung am Beispiel der verbalen Beurteilung
Schulnachrichten und Jahreszeugnisse der Grundstufe I enthalten eine in Worte gefasste Mitteilung über den allgemeinen Lernzuwachs des Kindes mit besonderen Angaben über die soziale Dimension des Lernens (Kooperationsfähigkeit etc.) und die Mitarbeit im Unterricht. Im Unterrichtsgegenstand Religion kann ebenfalls anstelle der Beurteilung in Ziffernnoten eine verbale Beurteilung erfolgen. Auf Wunsch der Eltern und auf Wunsch der klassenführenden Lehrerin bzw. des klassenführenden Lehrers besteht die Möglichkeit, die verbale Beurteilung bis zum Halbjahr der 4. Schulstufe auszudehnen.
Integration an Wiener Schulen
Die Wr. Modelle zur Integration sozial-emotional benachteiligter Kinder: Verhalten - s - auf – fällig – ab – weichend – be – nach – teilig - t
Derzeit werden in den Integrationsklassen der Volksschulen 1.476 Kinder betreut.
Es gilt, sozial und emotional benachteiligten Kindern auch gegen Unverständnis, gegen Vorurteile und Neidgefühle Möglichkeiten offen zu halten, im Regelschulwesen ihren Weg gehen zu können. Die Säulen zur Integration sozial-emotional benachteiligter Kinder sind ambulante Betreuung an Regelschulen, BeratungslehrerInnen und psychagogische BetreuerInnen. (Psychagogische BetreuerInnen sind tiefenpsychologisch ausgebildete LehrerInnen, die therapeutische und integrative Beziehungsarbeit leisten.)
Projekte zur Förderung von Fremdsprachen am Beispiel „Vienna Bilingual Schooling“
Deutsch und Englisch als Unterrichtssprache: Von der Volksschule über die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II bis zur Reifeprüfung gibt es zweisprachigen Unterricht. Dieser erfolgt durch englisch- und deutschsprachige LehrerInnen nach österreichischem Lehrplan. Die sogenannten Kulturtechniken, dazu gehören Lesen, Schreiben, Englisch oder Deutsch, erfolgen in der Muttersprache des Kindes und in getrennten Sprachgruppen. Das heißt, ist die Muttersprache eines Kindes Englisch, werden die Kulturtechniken auf Englisch gelehrt. Der andere Unterricht erfolgt in Deutsch oder Englisch.
Infos:
Der Wiener Schulführer gibt neben Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Anschriften der einzelnen Bildungseinrichtungen eine Übersicht über die Schwerpunkte, Betreuungs- (inkl. Kosten) und Fremdsprachenangebote der einzelnen Schulstandorte. Er kann im Bohmann Verlag unter der Telefonnummer (01) 740 95-222 oder auch per Fax (01) 740 95-429 direkt bestellt werden.