Kleine „Schnullologie“
Nuckel ja oder nein? Und wenn ja, wie oft und wie lange? Kirschform oder physiologisch geformt? Latex oder Silikon? – Alles, was Eltern zum Thema Schnuller wissen müssen.
Kinder lieben das Nuckeln am Schnuller.
Die alten Ägypter hatten kleine Saugtöpfe und Tonfiguren zum Nuckeln. Andernorts nahm man Leinen-Lutschbeutel oder Korkstücke. Ende des 19. Jahrhunderts, mit der Entdeckung und Verarbeitung von Kautschuk, nuckelten Babys nicht mehr an Korken und Co. Hartgummi war das Material der Wahl. Es sorgte leider auch allzu oft für Zahnfehlstellungen und Kieferverformungen. Heute sind Schnuller weich und wahre Hightech-Produkte.
Kirsche oder Gaumen
Heute werden grundsätzlich zwei Arten angeboten: Der „Klassiker“ ist symmetrisch und hat ein Saughörnchen in Kirschform. Es ist der Brustwarze nachempfunden. Das vorn abgeschrägte, physiologische Modell ist an den Gaumen angepasst und lässt der Zunge viel Platz. Diese Form soll weniger Druck auf die Kieferleisten ausüben. Sie wurde 1946 von den Zahnmedizinern Prof. Dr. Dr. Adolf Müller und Dr. med. dent. Wilhelm Balters entwickelt.
Naturkautschuklatex & Silikon
Ob der Schnuller aus Silikon oder Naturkautschuklatex besteht, sieht man auf den ersten Blick: Silikon ist farblos, Kautschuk hat eine honigähnliche Farbe. Silikon ist sicher weicher, daher für kleinere Kinder unter Umständen angenehmer, und es ist hitzebeständiger als Latex. Das heißt, dass man es öfter auskochen kann. Latex ist ein Naturmaterial. Wegen der natürlichen Fette wirken diese Schnuller aber auch schneller unappetitlich. Man sollte sie zumindest alle zwei Monate durch neue ersetzen. Achtung: Manche Babys können auf dieses Material allergisch reagieren. Aber auch Latex hat seine Vorteile: Das Material ist reißfester und robuster, die Oberfläche wird nicht so schnell durch die ersten Zähnchen beschädigt. Generell gilt: Wenn der Schnuller Risse hat, müssen Sie ihn entsorgen. Ihr Kind könnte im schlimmsten Fall Stücke verschlucken.
Saubere Sache – so reinigen Sie den Schnuller
Man kann den Schnuller auskochen, allerdings muss er vollständig mit Wasser bedeckt und gefüllt sein. Im Fachhandel finden Sie den so genannten Vaporisateur, ein Gerät, das mit heißem Dampf desinfiziert. Der Schnuller kann auch kalt desinfiziert werden, allerdings funktioniert das mittels Chemikalien, von denen sich unter Umständen Rückstände am Nuckel ablagern.